Experiment: “Eine Woche Spiegel Verbot!”

Der heutige Beitrag ist etwas anderes als die gewohnten. Jedoch wollte ich gerne meine Erfahrung mit euch teilen. Ich besuche einen Kurs, um die Credits für mein Au Pair Jahr zu sammeln. In diesem Kurs haben wir die Aufgabe bekommen für eine ganze Woche die eigene Reflexion zu meiden. Darunter fällt der Spiegel, Fensterscheiben und Fotos von sich zu machen und diese anzuschauen.

Ich schreibe meine Erfahrungen dazu auf und werde folgende Fragen von meinem Kurs beantworten: “Wie fühlt es sich an, sich selbst nicht zu sehen?”, “Was sind Herausforderungen und Vorteile, wenn man nicht in den Spiegel schaut?” Zu diesen Fragen komme ich am letzten Tag meines Experiment zurück.

Mir war schon vorher bewusst, dass es schwierig wird. Deswegen habe ich Maßnahmen in die Wege geleitet. Zu allererst habe ich meinen Spiegel am Tag davor verhängt, somit komme ich nicht in Versuchung einen Blick in den Spiegel zu wagen. Leider ist es mir nicht ganz gelungen und paar Ecken waren frei. Deshalb muss ich, die Methoden “Hand vors Gesicht” oder “Zwingen nicht in den Spiegel zu schauen” verwenden. 😀 Aber ich arbeite schon an einer Lösung, wie kleine Blätter an den Spiegel zu kleben, die die restliche Fläche verhüllen. Eine weitere Maßnahme ist, dass ich alle kleinen Spiegel in meinem Schrank getan habe. Aus dem Auge, aus dem Sinn.

Tag 1.

Ich bin heute morgen wie immer zuerst in meinem Badezimmer gegangen. Normalerweise schaue ich mir im Spiegel an, wie müde ich aussehen und dann entscheide ich, ob ich noch Make up auftrage. Meistens mache ich es nicht weil ich zu faul dafür bin. Andere alltäglichen Dinge, wie auf Toilette gehen, Zähne putzen und Haare kämmen klappt natürlich super ohne Spiegel. Jedoch wenn man sich eine aufwendige Friseur machen möchte, die gut aussehen soll, trifft man schon auf einige Komplikationen.

Tag 2.

Es fällt mir schon etwas schwerer nicht in den Spiegel zu schauen. Dadurch, dass ich meinen Spiegel nicht ganz verdecken konnte, komme ich in Versuchung. Hätte ich ihn nicht verhüllt, dann hätte ich immer runter schauen müssen, was ich auf Dauer nicht ausgehalten könnte.

Tag 3.

Mir kommt es vor als hätte ich eine unbewusste Sucht in den Spiegel zu schauen, welche mir erst jetzt bewusst wird. Bin ich die einzige? Als würde ich jetzt anderes ausschauen. Völlig absurd. Ich habe absolut kein Problem damit keine Selfies zu machen. Das war noch nie so meins.

Tag 4.

Ich habe leider die Regeln meines Projektes nicht ganz eingehalten, da ich mit meiner Familie aus Deutschland geskypt habe und ich mich in der Kamera gesehen habe. Das fällt einem erst jetzt auf, wie oft man sich eigentlich sieht und es sich nicht verhindern lässt.

Tag 5.

Die kleine Lücke am Spiegel hat mich zu sich gezogen und ich habe einen kleinen Blick hinein gewagt. Für eine Sekunde kam mir meine Reflexion komisch vor. Nun fällt es mir schwerer nicht nochmal hinein zu schauen.

Tag 6.

Ich habe mein Projekt vorzeitig beendet. Es klappt einfach nicht und ich habe vorher nicht genug Vorkehrungen getroffen damit es erfolgreich wird. Wie soll ich mich bitte ordentlich schminken ohne das ich es sehe?

Wie man schon an meinen Notizen erkennen kann, ist es mir alles andere als leicht gefallen. Vorher war ich zuversichtlich, dass ich es schaffen könnte aber dazu gehört soviel mehr. Kennt ihr das Gefühl, wenn es Verbote gibt aber ihr das Verlangen habt diese zu brechen. Nervenkitzel. Es nicht wie auf einer Klassenfahrt bei der man nach Sperrstunde noch draußen ist, sondern man bricht seine eigenen Regeln. Somit kommt auch ein schlechtes Gewissen auf mich zu. Wie ich am Tag drei schon gesagt habe, es ist eine unbewusste Sucht, die ich mit mir herum tragen. So kommen ich mal zu den Fragen:

“Wie fühlt es sich an, sich selbst nicht zu sehen”:
Es fühlt sich nicht richtig für mich an. Jeden Tag schaue ich in den Spiegel, sogar mehrmals. Ich hatte irgendwie die Angst nicht mehr zu wissen, wie ich aussehe. Obwohl das natürlich totaler Quatsch ist.

“Was sind Herausforderungen und Vorteile, wenn man nicht in den Spiegel schaut?”: Herausforderungen sind auf jeden Fall, dass es überall Flächen gibt auf denen sich mein Spiegelbild abbildet. Ich kann in meinem Zimmer alle Spiegel abdecken und wegpacken aber wenn ich zum Beispiel durch die Stadt laufe, geht das nicht. Mein Blick war stets gesenkt und immer auf der Hut vor meinem Spiegelbild.  Die Versuchung war zu groß in den Fensterscheiben zu schauen und sein Aussehen abzuchecken. Vorteile dagegen sind, dass man nicht die “Fehler äußerlich” an sich sieht und dass ich mich nicht kritisch im Spiegel betrachtet habe.

Fazit:

Ich kann mir es nicht vorstellen für ein Jahr oder länger nicht mein Spiegelbild zu sehen. Es wäre zu schwierig für mich aber vielleicht machbar für andere. Jeder Mensch ist unterschiedlich. Immerhin hat mir dieses Experiment gezeigt, wie abhängig ich von meiner Reflexion bin. In unserer heutigen Gesellschaft geht es um Perfektionismus, in allen Richtungen. Das Aussehen spielt so eine wichtige Rolle. Du muss tadellos sein und Makel werden nicht akzeptiert. Ich weiß, dass ich etwas damit übertriebe. Jedoch wird uns dieses Bild in irgendeiner Weise vermittelt. Ich sehe nicht aus, wie ein Victoria Secret Model und das will ich auch nicht. Es ist gut so, wie ich aussehe. Klar, bin ich noch nicht soweit, dass ich mich zu 100% mag aber das kann vermutlich niemand sagen. Hingegen kann ich mit den Jahren und Erfahrungen dazu lernen und mich somit weiterentwickeln.

Liebe Grüße,

Saskia

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